
Betriebshinweise:
Aktivierung des Rettungssystems:
Das Rettungssystem wird aktiviert indem der Rettungsgeräte-Auslösegriff seitlich nach vorne außen gezogen wird.
Andere Zugrichtungen (zum Beispiel nach vorne zum Piloten hin) können höhere Auslösekräfte, schlimmstenfalls eine
Blockade, zur Folge haben.
Durch den Zug entriegelt der Splint und gibt den am Griff befestigten Innencontainer des Rettungssystems frei. Mit
einem kräftigen Wurf wird der Innencontainer zusammen mit dem Griff in den freien Luftraum geworfen. Je nach
Notsituation kann die beste Wurfrichtung für eine schnelle Öffnung des Rettungssystems variieren.
Funktionsweise des Protektors Connect Pro / Connect Airbag:
Das Pilot Alpin wird optional mit einem abnehmbaren, nach LTF 91/09 mustergeprüften Rückenschutz geliefert. Je nach
Variante besteht dieser Protektor entweder aus einem Schaumstoff, der in eine Stoffhülle eingenäht ist (Connect Pro)
oder einer staudruckgefüllten Stoffhülle (Connect Airbag).
Der Connect Pro Protektor muss vor jedem Start daraufhin überprüft werden, ob dieser komplett mit Luft gefüllt ist.
Speziell bei niedrigen Temperaturen und bei langem Nichtgebrauch des Protektors, kann sich unter Umständen dieser
nur langsam füllen.
Beim Connect Airbag sind die Nahtkanten verstärkt um bereits vor dem Start den Protektor weitgehend mit Luft zu füllen.
Vor jedem Start muss dieser Protektor daraufhin überprüft werden ob die Einlassöffnung mit Rückschlagventil
funktionsfähig ist.
Prinzipiell funktionieren beide Systeme gleich: Bei einer Sitzbrettlandung wird die Luft im Protektor komprimiert und
definiert über die Nähte nach außen abgelassen. Der dadurch entstehende Verzögerungsweg verteilt die
Einschlagsenergie über einen längeren Zeitraum und schützt somit die Wirbelsäule vor extremen Lastspitzen. Die bei
der Musterprüfung erzielten Verzögerungswerte waren sehr gut. Allerdings ist selbst der beste Rückenschutz keine
Garantie für die Vermeidung von Rückenverletzungen!
Aus diesem Grund darf der Protektor nicht für regelmäßige, unnötige Sitzbrettlandungen verwendet werden! Zudem
leidet mit jedem Gebrauch die Effizienz des Protektors und die Schutzwirkung wird geringer - selbst wenn keine
sichtbaren Schäden erkennbar sind.
Sind sichtbare Schäden erkennbar, darf der Protektor ebensowenig weiter benutzt werden wie nach einer harten
Landung. Dann muß das Gurtzeug zum Hersteller zur Überprüfung eingeschickt werden.
Vor der Benutzung des Gurtzeuges müssen folgende Punkte überprüft werden:
! Außenhülle des Protektors, sowie das komplette Gurtsystem unbeschädigt?
! Protektor voll gefüllt bzw. Einlassöffnung und Rückschlagventil funktionsfähig?
! Rettungsschirmcontainer und Griff ordnungsgemäß geschlossen?
! Gurtschließen ordnungsgemäß geschlossen und richtig eingestellt?
Wartung/Lebendauer des Protektors:
Die Protektoren beider Systeme sind weitgehend wartungsfrei. Es sind lediglich vor jedem Start der Protektor auf
Schäden und den richtigen Sitz zu überprüfen.
Sichtbare Beschädigungen (Löcher, Risse) müssen repariert werden, da sonst die Außenhülle bei einem Aufprall
platzen kann und die Dämpfung stark mindert.
zusätzlich für:
!Connect Pro: Überprüfung ob der Protektorschaum voll entfaltet ist.
!Connect Airbag: Überprüfung ob die Einlassöffung und das Rückschlagventil funktionsfähig sind.
Wurde der Protektor bei einer harten Landung benutzt, bzw wurden Beschädigungen festgestellt, so müssen diese beim
Hersteller oder einem autorisiertem Fachbetrieb überprüft und ggf. repariert werden.
Doppelsitziges Fliegen:
Das Gurtsystem Pilot Alpin ist als Pilotengurtzeug für doppelsitziges Fliegen konzipiert und geeignet.
Schleppbetrieb:
Das Gurtsystem Pilot Alpin eignet sich bei der Verwendung einer geeigneten Tandemschleppklinke grundsätzlich für
den Schleppbetrieb.
Bei der Anbringung einer Schleppklinke ist die Betriebsanleitung der Schleppklinke beachten!
Verhalten in besonderen Fällen
Bei Wasserlandungen und Starkwindlandungen sollte sich nach Möglichkeit der Pilot/Passagier so schnell als möglich
nach der Landung vom Gurtzeug bzw. Gleitschirm trennen. Dazu sind, soweit möglich, die Beingurte zu lockern und
anschließend die Bein- und Brustschließen zu öffnen. Wir empfehlen generell einen Gurttrenner (Kappmesser)
mitzuführen!
Bei Baumlandungen o.ä. sollte der Pilot/Passagier sich zuerst gegen einen Absturz sichern und wenn möglich auf
professionelle Hilfe warten.
Entgegen der o.g. Empfehlungen ist es möglich, dass ein anderes Verhalten als beschrieben erforderlich ist. Die
Vielzahl an möglichen Situationen lässt keine allgemein gültigen, generellen Verhaltensweisen zu und ist vom
Pilot/Passagier von Fall zu Fall zu entscheiden. Beim doppelsitzigen Fliegen kommt ein besondere Verantwortung des
Piloten für den Passagier zu!
Lebensdauer und Auswechselzeitpunkt von Bauteilen, Reparaturhinweise
Das Gurtzeug Pilot Alpin wurde für hohe Belastungen und Beanspruchung konzipiert. Dementsprechend wurden bei
der Wahl der Materialien besonders hohe Kriterien angesetzt. Da jedoch die Lebensdauer in hohem Maß von der
Achtsamkeit des Benutzers abhängig ist, empfehlen wir das Gurtsystem regelmäßig auf Abnutzungserscheinungen hin
zu untersuchen und gegebenenfalls beschädigte Komponenten auszuwechseln.
Insbesondere ist darauf zu achten, dass schadhafte Nähte und Materialien umgehend von einer autorisierten
Werkstätte erneuert werden. Weiters besteht jederzeit die Möglichkeit, das Gurtsystem zur Überprüfung einzusenden.
Wenn das Gurtzeug verschmutzt ist, ist es lediglich mit Wasser reinigen. Dabei mechanische Belastungen wie bürsten
und rubbeln vermeiden. Chemische Reinigungsmittel beschädigen Tuch und Gurte.
Bis auf den Protektor, die Karabiner, den Auslösegriff und die Rettungsgeräte-Verbindungsleinen sind keine einzelnen
Komponenten erhältlich. Es dürfen ausschließlich originale Bauteile verwendet werden. Der Bezug ist kostengünstig
über uns möglich.
Wartung, Kontrolle, Nachprüfung:
Das Gurtzeug Pilot Alpin ist weitgehend wartungsfrei, bedarf aber dennoch einer regelmäßigen Überprüfung auf
Beschädigungen. Diese regelmäßige Kontrolle gibt Ihnen die Gewähr einer uneingeschränkten Funktion Ihres
Gurtsystems.
Speziell bei den Gurtschließen ist zu beachten, dass kein Schmutz in die Mechanik der Schließen gelangt. Die
Schließen sind bei Bedarf mit Nähmaschinenöl leicht einzuölen. Wartung des Protektors ist separat beschrieben.
Das Gerät (inklusive Protektor) muß nach spätestens 24 Monaten einer vollständigen Sichtprüfung unterzogen werden.
Die Karabiner sind nach Anweisung des Karabinerherstellers oder nach spätestens 1000 Flugstunden oder 5 Jahren zu
wechseln, je nachdem was zuerst eintritt. Die Nachprüfung ist nachvollziehbar zu dokumentieren.
Lagerung und Transport:
Um eine unnötige Schwächung des Gurtverbundes zu verhindern, empfehlen wir bei Lagerung und Transport:
- vermeiden Sie hohe Temperaturen (geschlossenes Auto im Sommer)
- vermeiden Sie den Umgang mit Feuer und scharfen Gegenständen und Chemikalien in der unmittelbarer Nähe.
- vermeiden Sie unnötig lange Sonneneinwirkung, denn UV Strahlung zerstört die Molekularstruktur des Materials
- vermeiden Sie den Kontakt mit Salzwasser oder säurehaltigen Flüssigkeiten
- wird das Gurtzeug für längere Zeit nicht benutzt, sollte speziell der Rückenprotektor, nicht zusammengepresst in einem
kühlen, trockenen Raum gelagert werden.
Entsorgung:
Die in einem Gleitschirmgurtzeug eingesetzten Materialien fordern eine sachgerechte Entsorgung. Bitte ausgediente
Geräte an uns zurücksenden. Diese werden von uns dann fachgerecht entsorgt.
Natur- und landschaftsverträgliches Verhalten:
Eigentlich selbstverständlich, aber hier nochmals ausdrücklich erwähnt: Bitte unseren naturnahen Sport so betreiben,
dass Natur und Landschaft geschont werden!
Bitte nicht abseits der markierten Wege gehen, keinen Müll hinterlassen, nicht unnötig lärmen und die sensiblen
Gleichgewichte im Gebirge respektieren.
Speziell am Startplatz ist unsere Rücksicht auf die Natur gefordert!
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