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veolarepithels, Sekreteindickung, Einschrän-
kung der Ziliarbewegeung, Atelektasen sowie
Veränderung des Minutenvolumens, Kohlen-
dioxiddretention und pulmonale Vasodilatati-
on).
Das bedeutet, daß in der Regel bei einer Behand-
lung mit 1 Atmosphäre Überdruck über länge-
re Zeit oder bei noch höherem Sauerstoff-
drücken in der Atemluft nach kurzer Behand-
lung mit Vergiftungserscheinungen (Hyboven-
tilation, Azidose bis zur Entwicklung eines
Lungenödems) zu rechnen ist. Dabei ist zu be-
achten, daß eine zu rasche Verminderung des
Teildruckes eine lebensgefährliche Sauerstof-
funterversorgung (Hypoxämie) herbeiführen
kann.
Bei Neugeborenen kann eine lang anhaltende und
hochkonzentrierte (mehr als 40%) Sauerstoff-
behandlung eine zu Erblindung führende Au-
genlinsenschädigung (retrolentale Fibroplasie)
verursachen. Darüber hinaus besteht die Ge-
fahr des Auftretens von Blutungen (pulmonale
Hämorrhagien), zell- und/oder Funktions-
störungen in der Lunge (fokalen Atelektasen
sowie hyalinen Membranschäden mit diffuser
Lungenfibrose). Um die Entwicklung eines sol-
chen Zusammenbruchs der Lungenfunktion
(bronchopulmonale Dysplasie) zu vermeiden,
ist es unerläßlich, während der Behandlung
wiederholt den Sauerstoffdruck im arteriellen
(sauerstoffreichen) Blut zu prüfen.
1.2. Funktionsbeschreibung
Durch einen festeingestellten Druckminderer
wird der Sauerstoffdruck von der Flasche (200
bar) auf Betriebsdruck von 1,6 bar bzw. 3,5 bar ±
0.2 bar vermindert. Bei Flüssigsauerstoffsyste-
men wird der Ausgangsdruck je nach Behälter auf
1,35 bzw. 1,6 bar begrenzt.
Über einen Spiralschlauch gelangt der Sauer-
stoff von dem Druckminderer zum Precise
3000. Der Anwender ist mit einer Nasenbrille
mit dem Precise 3000 verbunden.
Im Precise 3000 befindet sich ein Mikrocon-
troler, der den Sauerstofffluss nach zwei Betriebsar-
ten und sechzehn Leistungsstufen zum Anwender
steuert. Es erfolgt bei der Anwendung eine perma-
nente Überwachung der Funktionen des Precise
3000.
Der Precise 3000 gibt nur am Anfang des
Einatmens den Sauerstofffluss für eine gewisse
Zeit frei. Lediglich dieser Sauerstoff kann bis in
die Alveolen vordringen und damit vom Blut auf-
genommen werden. Der restliche Sauerstoff wür-
de zum weitaus größten Teil ungenutzt wieder
ausgeatmet werden.
Vom Facharzt kann das Precise 3000 indivi-
duell auf den Anwender eingestellt werden. Der
Anwender selbst kann je nach Bedarf unter sech-
zehn Leistungsstufen wählen.
Der Anwender muß ausschließlich über die
Nase einatmen, um eine korrekte Arbeitsweise
des Precise 3000 zu gewährleisten.
Erhält das Precise 3000 innerhalb einer Mi-
nute kein Atemimpuls erfolgt ein akustischer
Alarm und im Display erscheint KONTROLLE
BRILLE. Wird dieser Fehler nicht behoben, er-
folgt ein automatisches Ausschalten (siehe Punkt
3.6.).
1.3. Sicherheitshinweise
Diese technische Beschreibung und Gebrauchsan-
leitung ist Bestandteil der Gerätelieferung. Sie
muß jederzeit verfügbar sein. Voraussetzung für
den bestimmungsgemäßen Gebrauch des Precise
3000 ist die genaue Kenntnis und Beachtung die-
ser Gebrauchsanweisung. Die hier angeführten Ge-
brauchshinweise dienen gemäß Gerätesicherheits-
gesetz der Verhütung von Gefahren durch nicht
sachgemäße Verwendung und müssen von allen
Personen gelesen und beachtet werden, die das
Gerät verwenden, kontrollieren und pflegen.
Die Sauerstoffflasche keiner Heizquelle (Heiz-
lüfter, Heizsonne, Ofen usw.) aussetzen.
Wenn das Gerät einen beschädigten Stecker oder
eine beschädigte Leitung hat, wenn es nicht rich-
tig funktioniert, wenn es heruntergefallen ist, be-
schädigt wurde, oder ins Wasser gefallen ist, so
muss es von qualifiziertem Servicepersonal über-
prüft und ggf. repariert werden.